Rom 2014 (Tag 3)

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…oder auch: 23.812 Schritte durch Geschichte(n)

Nachdem wir am 2. Tag das frühe Aufstehen schon geübt hatten, ging es am 3. Tag noch früher los. Um 6 Uhr klingelte der Wecker (oh ja, diesmal hat er wirklich geklingelt) und nachdem wir uns angezogen hatten und die Pizzareste aus dem „Da Simone“ eingepackt hatten, ging es um 06:40 los. Wir hatten die Hoffnung auf einen schönen Sonnenaufgang – aber leider hatten die Wolken etwas dagegen. Trotzdem wurde uns ein toller Blick vom Gianicolo über Rom geboten.

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(ein bisschen Sonnenaufgang ist zu erahnen)

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Weiter ging es Richtung Vatikan. Um allzu lange Schlangen zu vermeiden, sind wir als erstes an den Kontrollen vorbei in den Petersdom.

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(Petersdom im Morgengrauen)

Auch im Nachgang wirkt dort alles unglaublich – die ganzen Verzierungen, die Größe, die Altäre. Ich bin den Kölner Dom, welcher ja schon nicht klein ist, gewohnt, aber der Petersdom ist nochmal eine ganz andere Hausnummer. Ich lasse einfach mal einige Bilder sprechen – aber auch die können nicht wiedergeben was man dort vor Ort erlebt. Egal wie katholisch oder generell gläubig man ist – man spürt, das dies einfach kein „normaler“ Ort ist – ganz anders als im Pantheon.

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(Bodenplatte am Hauptportal)

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(Ein Blick in die Kuppel hoch)

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(Der Glücks-Fuß )

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(Hauptalter über dem Petrusgrab)

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(Fenster mit Friedenstaube)

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(Blick vom Hauptportal aus. Die Dimensionen kann man nur grob erahnen)

Als nächstes stand uns die höchste Herausforderung des Tages bevor: 551 Stufen hinauf auf die Kuppel des Petersdoms. Anfangs noch recht flache, lange Stufen, bis am Ende sich der immer enger werdende Gang mit der Kuppel biegt (erinnert ein bisschen an das Casa Magnetica im Phantasialand) und man ganz zum Schluss eine enge Wendeltreppe empor steigt. Jemand mit Höhenangst muss hier echt auf göttlichen Beistand hoffen um nicht spontan die Schweizer Gardisten zur Rettung zu rufen. Oben angekommen hat man einen Ausblick, welcher einen für die Mühen mehr als entschädigt.

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(Petersplatz)

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(Blick über Rom, ein Träumchen)

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(Beim Abstieg kann die die Kuppel nochmal von außen betrachten)

Nach all der Anstrengung war es Zeit für etwas Ruhigeres. Für uns Deutschen bietet da der Vatikan ein besonderes Kleinod: Den Campo Santo Teutonico. Dieser ist nur für deutschsprachige zu erreichen. Dafür muss man, nach einer kurzen Polizeikontrolle zur Schweizer Garde (die können richtig hübsch Salutieren… sehr knuffig. Ich hätt ja gern nen kleinen Schweizer Gardisten für daheim. Keks fänd das bestimmt auch toll 😀 ) und von dort weiter zum Friedhof.

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In der zugehörigen Kapelle fiel etwas besonders ins Auge: Die Statuen der Engel – skelettiert! Diese befinden sich rechts und links vom Altarraum.

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Kleine lustige (zumindest meinem Humor nach) Anekdote: der Übertragungswagen vom VatikanTV – der Werbespruch von Sony mit „make.believe“ ist schon herrlich!

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Der nächste Weg führte uns auch wieder zu einem anstrengenden Punkt – die Vatikanischen Museen! Glücklicherweise hatten wir die Tickets vorher schon online gekauft, und so haben wir uns viel Warterei gespart. Nachdem wir den Audioguide abgeholt hatten ging es los. Ich möchte mich kurz halten: Die Museen sind viel, viel, viel Input. Ich möchte sie mir gerne nochmal anschauen, aber dann bitte mit einem ganzen Tag Zeit. Es war richtig an dieser Stelle für ein erstes Kennenlernen, aber eine intensivere Besichtigung sollte man sich, sofern man Zeit hat auf jeden Fall gönnen. Was man sich aber meiner Meinung nach komplett sparen kann, ist der Audioguide. Die Schilder sind teilweise so versteckt angebracht, dass man sie suchen muss. Dazu kommt, dass z.B. in der Sixtinischen Kapelle der Input völlig gaga ist. Man kann der Ausführung kaum folgen oder sie ist völlig uninteressant, weil sie weniger Inhalt bietet, als man durch Allgemeinbildung eh schon erworben hat. Hinzu kommt, dass im Museum die Top100 Ausstellungsstücke ausgewiesen sind (für die kurz-durch-Renner) und diese zu maximal 50% mit Audioguidesymbolen ausgestattet sind. Da würde ich das Geld nächstes Mal lieber in einen guten Führer in Menschen oder Buchform investieren.

Aber nun einige Bilder:

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(die Kugel steht im Innenhof)

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(Statue von ich weiß nicht mehr wem…)

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(Ein Hund, so wie er guckt, wurde er lange nicht mehr durchgeknuddelt)

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(Teracotta-Armee auf Ägyptisch)

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(Deckenverziehrung)

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(noch mehr Deckenverziehrung)

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(Blick auf den Petersdom)

In der Sixtinischen Kapelle darf leider nicht fotografiert werden. Ich frage mich ehrlich warum – denn leider herrscht dort drinnen die Atmosphäre einer Bahnhofshalle. Nichts „heiliges“ oder „besinnliches“. Fotografieren ohne Blitz schadet der Bemahlung auch nicht. Aber gut, ist halt so.

Im Café des Museums haben wir uns noch mit Panini gestärkt und die Postkarten geschrieben um danach dann über die berühmte Treppe in Form einer Doppelspirale das Museum zu verlassen.

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Wie schon vorher am Tag – nach Anstrengung kommt Entspannung. Also haben wir uns wieder Richtung Campo Santo Teutonico bewegt – allerdings mit einem anderen Ziel: Zwar auch wieder an den knuffigen Schweizergardisten vorbei, aber diesmal auch am Friedhof vorbei und weiter zum Ufficio Scavi.

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(Ich sag ja: knuffig)

Hier erwartete uns ein besonderes Highlight (irgendwas muss ja das Lowlight mit dem Trevibrunenn ausgleichen) – eine Führung durch die Ausgrabungen unter dem Petersdom – zum dem Grab, bei welchem man davon ausgeht, dass es das Grab Petrus ist. Es nicht bis heute nicht zu 100% nachweisbar, dass dem wirklich so ist – aber bei der Grabstelle ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass dies wirklich die Begräbnisstätte von Petrus ist. Bei den zugehörigen Knochen ist das ganze etwas anders. Die Reliquien ruhen in Plexiglas, welches beschriftet ist mit „Dies sind die Gebeine, welches die von Petrus sein könnten“ – perfekte Politik.

Fotos gibt es hier leider keine – was sicher nachvollziehbar ist. Aber ich kann diese Führung wirklich nur empfehlen – ein ganz besonderes Erlebnis.

Nach den ganzen Stufen und dem vielen Futter fürs Gehirn schrie nun unser Magen nach Aufmerksamkeit. Einem weiteren Tipp aus dem Rom-Forum folgend, gingen wir ins „La Vittoria“ unweit des Vatikans. Dort bestellen wir Zucciniblüten und Bruscetta als Vorspeise und als Hauptspeisen Pizza Margaritha und Lasagne. Nach dem kräftezehrenden Programm benötigten wir noch Nachtisch in Form von Tiramisu. Zusammen mit den Getränken haben wir 29€ bezahlt – ohne das der Kellner sich verrechnet hat. Über zu teures oder gar schlechtes Essen konnten wir uns in Rom wirklich nicht beschweren.

Nach dem Essen wählten wir den gleichen Heimweg wie am Vortag. Meine Füßen schrien vor Schmerz und ein kleiner Blick auf meine Ringzehen daheim erklärte auch warum: Dicke, fette Blasen. Aber gut, ich hatte vorher Blasenpflaster gekauft und wir wissen ja: Was uns nicht tötet, macht uns nur noch härter und wir hatten ja auch noch Tag 4 vor uns!

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