Rom 2014 (Tag 2)

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… oder auch: 24.541 Schritte im Kreis

Nach einer ruhigen Nacht mit ziemlich tiefem Schlaf ging der Wecker ziemlich früh. Wobei ich hier korrigieren muss: der Wecker ging eben nicht, da das Handy irgendwie rumgesponnen hat. Glücklicherweise haben wir trotzdem nicht verschlafen. Nach einem schnellen Automatenkaffee im Hotel ging es los Richtung Vatikan. Unser Weg wurde von einem erfrischen Nieselregen begleitet, welcher leider immer stärker wurde.
Um 7.15 kamen wir am Vatikan an – und nun hieß es, bei immer stärker werdendem Regen, Schlange stehen. Ich habe schnell noch Cornetti gekauft. Direkt am Vatikan, 1€ das Stück, verdammt lecker. Das war mal eine lohnende Investition.
Zirka eine Stunde später waren wir durch die Sicherheitskontrollen und konnten uns Sitzplätze in der Nähe der Bande suchen.

Die Wartezeit haben wir genutzt, um uns den Petersplatz anzuschauen

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(Uhr und Glocken)

Nach einer weiteren Stunde Warterei – glücklicherweise im trockenen, da es aufgehört hatte zu regnen – wurden wir via Leinwand vom Papst begrüßt, welcher sich wohl in der Audienzhalle aufhielt.


Um Punkt 10 Uhr erschien das Papamobil auf der Bildfläche. In einem wirklich sehr zügigen Tempo (der Fahrer hatte vermutlich an dem Tag seinen Bleifuß an) fuhr der Papst direkt bei uns vorbei. Für ein schnelles Bild hat es trotzdem gereicht

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In der zirka einstündigen Audienz hielt der Papst eine Rede (eine Predigt war es nicht, mehr mahnende Worte) bei welcher uns seine tolle, leidenschaftliche Gestik auffiel. Er wirkt generell sehr nahbar – das sorgt für Sympathien. Diese Sympathien merkt man auch an den Souvenierständen. Während man von Papa Francesco förmlich überschwemmt wird, ist an zweiter Stelle nicht der zweite lebende Papst, sondern Papst Johannes Paul II.. Andenken von Papst Benedict muss man fast suchen.

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Die Generalaudienz endete mit einem gemeinsamen, lateinischen „Vater unser“. Während vorne noch die frisch vermählten ihre Sonderaudienz hatten, hat sich nach hinten der Petersplatz schnell geleert.
Da wir eine gebuchte Führung für den 3. Tag hatten, haben wir uns auch erst mal vom Vatikan verabschiedet und uns am Pasetto und der Engelsburg vorbei Richtung römische Altstadt bewegt.

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(Petersplatz nach der Audienz)

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(Seitenstraße zwischen Vatikan und Engelsburg)

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(Andere Seitenstraße)

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(ein lohnener Blick zurück)

Und dann dachten wir, wir machen mal was Schlaues: Orientierungssinn funktioniert – wir müssen grob nach Nord-Osten: das wird schon werden! Als wir dann zum 3. Mal an der Piazza Novona waren, haben wir uns doch wieder mittels der Karten orientiert. Dabei sind wir echt nur nach Osten gegangen – wirklich! Die Piazza Novona lohnt sich aber trotzdem (vielleicht nicht, um gesamt 5x dran vorbei zu rennen… aber gut 😀 ) grade aufgrund der toll gearbeiteten Brunnen war es keine verschwendete Zeit.

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(Man beachte das Sixpack)

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(und die Oberarme…)

Trotz allen kleineren Kreisrennereien kamen wir um 13:30 an der Spanischen Treppe an. Tja. Was hatte ich erwartet – ich weiß es nicht… Aber nun ja: Es ist ein Brunnen und eine Treppe – aber für ein Foto mit Taube hat es gereicht… 😀 (Ich glaube aber tatsächlich, dass es dort im Sommer, wenn auch die Treppe mit Blumen geschmückt ist, die XXXXL H&M Werbung fehlt und es den ein oder anderen „wolle Rose kaufen“ weniger gibt, es dort tatsächlich toll ist, auf der Treppe zu sitzen, die Massen zu beobachten und einen kleinen Plausch zu halten. Aber unsere Popos sind einfach zu empfindlich um auf den kühlen Steinen zu sitzen.)

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Weiter ging es zum nächsten Lowlight der Reise. Der Trevibrunnen. Hinter all den Gerüsten spürt man, dass dort etwas tolles schlummert. Leider verpackt. Man hat die Möglichkeit in eine Pfütze des fast leer gepumpten Beckens seine Münzen zu werfen. Aber das war uns doch zu lächerlich. Da haben wir lieber beschlossen nochmal nach Rom zurück zu kehren, wenn die Renovierungsarbeiten abgeschlossen sind, um dann dieser Tradition nachzukommen. Immerhin ist das Geld ja auch für einen guten Zweck.

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Als nächster Programmpunkt war San’t Ignazio die Loyola auf der Liste. Die Kirche ist berühmt für die Illusionsmalereien, und es ist echt schwer zu unterscheiden, was nun Struktur ist und was gemalt wurde. Die „Kuppel“ ist wieder gegen Geld beleuchtbar. Dies lohnt sich aber nicht wirklich – es ist echt nur ein Funzellicht. Diese 50cent kann man dann eher in den Trevibrunnen schmeißen 😉

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(die Kuppel mit der Illusionsmalerei)

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(Decke der Kirche)

Nachdem wir die Füße etwas ausgeruht hatten, ging es am Palazzo die Montecitorio durch einen Presseauflauf (scheint irgendwas Politisches gewesen zu sein) weiter zur Marc-Aurel-Säule. Durchaus imposant – aber leider ohne viel Erklärungen. Hier lohnt sich die Trajanssäule unweit des Kolosseums viel mehr. Aber gut, wenn man eh schon fast daran vorbei rennt, kann man es sich angucken. Und die Arbeit der Reliefklopper ist durchaus bewunderswert. Ich würd nichtmal ne runde Säule hinbekommen:

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Langsam wurden unsere Mägen immer länger. Das Panini, welches wir uns in der Nähe des Pantheon gegönnt hatten hielt nicht mehr vor und unsere Mägen brauchten eine ordentliche Mahlzeit. Und gaaaaanz zufällig kamen wir am Giolitti vorbei. Ice, ice Baby! Erst bezahlen, dann zwischen den gefühlt tausend Sorten entscheiden – mit Sahne oder ohne… ach ich eh im Preis mit drinne und ist die Figur eh erst ruiniert….

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(Tiramisu und Banane – yammy)

Der Ruf als beste Eisdiele Roms ist nicht ungerechtfertigt. Meine einzige Vergleichsmöglichkeit ist allerdings auch nur das „Old Bridge“ in Stuttgart. Die nehmen sich beide nicht viel.

Frisch gestärkt gingen wir zum Pantheon. Eigentlich war geplant, das Pantheon in der blauen Stunde mitzunehmen, aber Pläne sind ja auch da um sie umzuschmeißen.

Das Pantheon ist ein sehr, sehr beeindruckend als Gebäude. Grade wenn man sich auch das Alter vor Augen ruft. Es ist schade, dass viele sich leider nicht dem Ort angemessen verhalten. Es kam, trotz dem großen Ambiente keine Kirchliche oder wegen mir auch Tempelstimmung auf. Im Gegenteil – man fühlte sich eher wie in einem Museum. Da es an dem Tag geregnet hatte, war die Mitte des Raumes gesperrt, da das Pantheon ja nun mal oben offen ist. Alles in allem etwas schade aber trotzdem ein sehr lohnender Besuch.

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(Grab von Raffael)

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(Altarraum)

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(die berühmte Kuppel)

Als ich von außen Fotos gemacht habe, wurde ich schier wahnsinnig. Achsensymmetrie ist keine römische Stärke. Der Vorbau sitzt nur zu 95% korrekt vor dem Rundbau – und der Obelisk auf dem Brunnen… ich war am Verzweifeln!

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(schiiiiief – wo ist denn hier bitte die Mitte??? )

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(dann stellen wir uns halt schief hin *seufz* – ach ja, der Obelisk steht grade, aber der Weitwinkel sorgt für eine Verzerrung)

So langsam haben wir uns Richtung Restaurant bewegt, wollten aber noch die Kirche mitnehmen, welche links von uns Stand. Der nette Elefant (welch ein Rüssel) mit Obelisk auf dem Rücken lud uns irgendwie ein, in die Santa Maria Sopra Minerva zu schauen.

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Hier haben wir etwas gesehen, was in Rom auch nicht so üblich ist, wie bei uns. Bunte Fenster. Während die römische Kirchen ja von Wand- und Deckengestaltung her oft sehr prächtig sind, sind die Fenster umso schlichter. Hier war es umgekehrt.

Der nächste ungeplante Abstecher war der Largo di Torre Argentina. Ein Areal mit Ausgrabungen, welches von Katzen bevölkert wird. Diese werden dort gefüttert und sind allesamt kastriert.

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(Ein Schlemmerparadies für Alf)

Inzwischen wurde es wirklich Zeit essen zu gehen. Einer Empfehlung aus dem Forum folgend sind wir in das „Il Fico“ gegangen. Die beste Entscheidung welche wir hätten treffen können. Nachdem wir als Vorspeise gegrilltes Gemüse und Gnocchi Promodore hatten, haben wir uns als Hauptgang Spaghetti Cabonara geteilt. Welch kulinarische Offenbarung!!! Ich kann es nicht in Worte fassen, was sich bei mir auf der Zunge abgespielt hat – daher: Hingehen und selbst probieren!

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(ich könnte schon wieder zulange… ich sabbere)

Gemeinsam mit unseren Getränken (Wasser, Wein, Cola, Kaffee) kamen wir auf 30€ – da kann man sich wirklich nicht beschweren.

Für den Rückweg haben wir uns entschieden, wieder an der Engelsburg vorbei und entlang der Aurelianischen Mauer zu gehen. Dieser Weg hat eine recht geringe Steigung und lässt sich auch mit schmerzenden Füßen noch gut wandern.

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