Rom 2014 (Vorgeplänkel und Tag 1)

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…oder auch: die ersten 21.031 Schritte durch die ewige Stadt

Ich wurde 30 – eine runde Zahl und im Gegensatz zu viele Frauen habe ich mich entscheiden, direkt 30 zu werden, ohne den Umweg über 29a, 29b, 29c,…. Von meiner Mama hatte ich mir eine Nudelmaschine gewünscht. Leider, leider, leider meinte meine Mama: ein Städtetrip ist da angemessener… nach kurzer Diskussion entschieden wir uns für Rom. Wir wollten beide schon lange in diese Stadt – und es war eine Entscheidung welche sich wirklich gelohnt hat.

In langer und kleinlicher Vorbereitung habe ich die Reise mit Hilfe des Rom-Forum geplant. Die Art der Planung hat einigen Leuten ein Kopfschütteln hervorgerufen – aber irgendwie habe ich es gebraucht mit Excellisten, Worddokumenten und Google Maps detailliert zu planen. Eine kurzes „Wie kann ich meinen Urlaub planen“ und eine Vorstellung vom „Reisefilofax“ kommen irgendwann noch hier im Blog. Es ist fest geplant.
Ich habe auf der Reise erstaunlich wenige Fotos gemacht – aber mal ehrlich: wer guckt sich schon 200 Fremde Menschen auf einer Brücke an – so schön die Brücke auch ist. Lieber weniger und dafür umso schöner. Wobei sich auch einige Handybilder von meiner Mama und mir zwischengemogelt haben.

Aber genug der Vorrede – wir machen einen Sprung in die Vergangenheit.

Dank Bahnstreik hatte ich eine sehr entspannte Anreise nach Köln. Statt in einem vollen IC ging es zum halben IC-Sparpreis in einem leeren ICE nach Köln. Vermutlich bin ich einer von 10 Bahnkunden die den Bahnstreik gut fanden ;-). Am 11.11. ging es von Köln aus weiter mit einer Boing 737-800 nach Rom.

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(unser Flieger)

Mit etwas Glück konnten wir einen Fensterplatz im Flieger ergattern und so den Ausblick über die Wolken, die Alpen und Rom genießen.

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(hat was meditatives, oder?)

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(genau über den Alpen riss die Wolkendecke auf – welch Aussicht)

20141111_123105(der erste Blick auf Rom)

Nach der Landung, das erste kleine Drama: Mach dem Taxifahrer klar: Du möchtest bitte zur Adresse x (kein Problem, kluge Frau schreibt sowas auf) und diese liegt innerhalb des Pauschalgebiets. Der Taxifahrer war anderer Meinung, aber wir haben beschlossen: Dann fahr uns trotzdem dahin. Während der Fahrt hatte ich schon angefangen mir meine Argumentation auf meinen 10 Bröckchen Italienisch zusammenzubasteln, aber als wir ankamen, und links von uns Groß und Mächtig die Aurelianische Mauer stand, war jegliches Diskussionspotential im Keim erstickt. Pauschale gezahlt und weiter ging es.

Es folgte ein 400m zu Fuß zum Hotel – also nein, es ging etwas mehr als 400m zum Hotel, da wir erst mal stramm daran vorbei marschiert sind. Nachdem wir uns 10 Minuten im Kreis gedreht haben und uns von 2 netten Bauarbeitern weitergeholfen wurde, kamen wir in unseren Hotel „Villa Maria“ an.

Die Zimmer sind zweckmäßig und sauber. Ein kleiner TV, ein kleiner Kühlschrank, ein relativ großes Bad und witzigerweise keine Bibel im Nachttisch, was ja ein deutscher Standard ist und mich bei einem katholischen Haus echt verwundert hat.

Nachdem wir das Gepäck abgestellt und uns kurz frisch gemacht hatten, ging es schon los. Spontan haben wir entschieden nicht der geplanten Route zu folgen, sondern quer durch den Park zu gehen, welchen wir von unserem Hotelzimmer aus sehen konnten. Dort empfingen uns in dem mediterranem Klima (21°C – perfekt!) nicht nur jede Menge Palmen und Brunnen, sondern auch Papageien. Irgendwie denke ich bei Rom nie am Mittelmeerklima sondern eher an eine Großstadt wie Berlin – das war echt gewöhnungsbedürftig, hat aber das Urlaubsgefühl, trotzt aller Anstrengungen verstärkt.

Da wir schon mal von der geplanten Route abgewichen sind, und eigentlich direkt an der Kirche S. Maria de Trastevere vorbei gekommen sind, sind wir dort schnell reingehüpft. Die Kirche hat im Altarraum wunderbare Mosaike. Durch Geldeinwurf kann man dann das Licht einschalten und so die volle Pracht der Mosaike bewundern. Als wir in der Kirche saßen und die Mosaike bestaunten, setzte plötzlich Chormusik ein – eine wunderbare Atmosphäre.

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Nachdem wir Kerzen angezündet hatten, sind wir dann weiter durch die kleinen Gässchen von Trastevere und über den Tiber durch die Römische Altstadt gegangen.

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Am deutschen Pilgerbüro haben wir fix die Karten für die päpstliche Generalaudienz abgeholt und sind dann weiter zur Engelsburg. Über die Engelsbrücke weiter in die Engelsburg.

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Durch das beeindruckende Gebäude und einige Ausstellungen sind wir dann pünktlich zur Dämmerung auf der Terrasse der Engelsburg angekommen. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf den Vatikan und Rom überhaupt.

rom-18(erster Blick über dei Dächer von Rom)

rom-17(Petersdom in der Dämmerung)

rom-28(Petersdom bei mehr Dämmerung 😉  )

Für mich war das ein toller Einstieg – eine erste, schöne Übersicht über das, was uns die nächsten Tage erwarten sollte.

Die Engelsburg heißt ja nicht umsonst Engelsburg. Der Erzengel Michael ist hierfür der Grund:

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Als die blaue Stunde anbrach, war es Zeit für die Fotografin in mir. Dieses Bild ist wohl das schönste der ganzen Reise:

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Die Engelsburg wird über den Pasetto mit dem Vatikan verbunden, der ein oder andere Papst ist damals über den Pasetto um sein Leben gerannt – im wahrsten Sinne des Wortes:

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Die Engelsburg ist eine symbiose – sehr einfach und schlicht trifft prächtig:

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(einfache Wandgestaltung – eine Lampe – mehr nicht)

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(Decke in einem der Sääle, nachdem ich das Foto gemacht hatte, wurde ich dann auf das Fotoverbot hingewiesen – von dem ich aber nichts wusste. Ehrlich und geschworen – an Fotoverbote halte ich mich. Aber was im Kasten ist, ist nunmal im Kasten)

Beim Rückweg durch die Engelsburg haben wir uns noch eine Ausstellung angeschaut. Viele Ölgemälde zu einigen Heiligen und auch Reliquien. Der Schädel von der Hl. Martina, welcher in einem Bronzekopf eingebettet war, wirkte etwas „gewöhnungsbedürftig“.

Zum Abschied von der Engelsburg gab es noch einen Blick auf den beleuchteten Tiber:

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Auf dem Rückweg, hoch auf den Berg nach Trastevere, haben wir uns in dem Pizza-Imbiss „Da Simone“ noch Pizzastücke gekauft. Anders als in Deutschland wird hier die Pizza gewogen. Also nicht das Stück 3€. Wir haben uns für vier sehr, sehr große Stücke Pizza mit getrockneten Tomaten, Schinken, Fleischbällchen bzw Brokkoli entschieden. Hierfür haben wir faire 13€ bezahlt.

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(jammy, sabber, nomnomom – hat übrigens am Tag drauf immer noch super geschmeckt 😀 )
Anschließend haben wir uns im Supermarkt noch schnell mit Getränken und Äpfeln eingedeckt.

Wieder im Hotel hieß es nur noch: Füße hochlegen – oder ein meinem Fall: von Mama hochlegen lassen – Pizza schmecken lassen, duschen und ins Bett fallen.

 

Bald geht es weiter mit Tag 2!

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